- ein Traumtagebuch-
EINE ANMERKUNG ZUM TRAUMTAGEBUCH
Träume sind sehr persönliche Besitztümer und können nur individuell
von der Träumerin oder vom Träumer aus ihrer/ seiner jeweiligen Lebenssituation
heraus gedeutetet werden. Die vorliegenden Träume sind künstlerisch
verfremdet und beruhen auf Notizen, die während eines sehr langen
Zeitraumes gemacht wurden. In den Traumdarstellungen werden selbstverständlich
keine Namen mir bekannter Personen genannt. Es tauchen jedoch einige prominente
Persönlichkeiten auf, die namentlich genannt werden. Nicht alle der inhaltlich
angeführten Traumdarstellungen befinden sich gleichzeitig auf der Homepage.
INHALT DES
TRAUMTAGEBUCHES
1.Schulausflug
im Sommer und ein Indianer
2.Das
Zimmer in Violett
3.Der
Philosophielehrer und der Tornado
4.Die Frau im
Hochhaus und das afrikanische Banner
5.Der
Zaubertrick mit dem Teesieb
6.Besuch
der Märchenfrau
7.Der
Gottesdienst und die aufgebahrten Mönche
8.Dali-Traum
9.Sartre
und die chinesischen Frauen
10.In der
Eisrinne
11.Eine
Überschwemmung
12.Das
Grand-Hotel und das zerlegte Fahrrad
13.Wie der
Pfarrer seinen Hund auf uns jagt
14.Der
Kampf um die Landebahn
15.Der
entgleisende Zug
16.Eine
Klassenfahrt
17.In der
weißen Wohnung
18.Die
masturbierende Frau
19.In der
Arztpraxis
20.Die
Kirmes auf dem Hügel
21.Der Tisch
der Väter
22.Das
Fleischessen
23.Ein
aufkommender Sturm
24.Ein
Jugendlager
25.Die
schrägen Fußböden
26.Das
Seifenblasenkissen
27.Sichtbehinderung
im Kino
28.Das Fest
hinter der Glasscheibe
29.Die
Konferenz und der leere Schrank
30.Die
unspielbare Flöte
31.Besuch
im Heim und eine Prozession
32.Durch
wildes Wasser
33.Geschwindigkeitstraum
34.Zurück
in der Schule
35.Der
Krieg gegen Schottland und der Kreis der Tanzenden
36.Die
herabstürzenden Eisbrocken
37.Die
Parklücke, Steinwürfe, die fremde Wohnung
38.Der
Steinwurf
39.Die
giftige Substanz
40.Auf der
Flucht
41.Trecker
fahren
42.Ein
neuer Arbeitsplatz
43.Im
Schwimmbad
44.Ein
Schlafplatz für den alten Mann
45.Im
Durcheinander
46.Der
Balanceakt auf der Bettkante
47.Die
Fahrt zur Plantage
48.Drei Schlüssel
an der Hauswand
49.Der
Junge, der mich anspuckte
50.Das
gebogene Sensemesser
51.Die
Sternschnuppenschwärme
52.Die
Menschmaschine
53.In Rom
54.Karneval
55.Die
Freundin mit der Nähmaschine
56.Die
rollenden Äpfel
57.Der
Dachflicker
58.Der
phantastische Aufzug
59.Besuch
in der Wohngemeinschaft
60.Im
Stabslager
61.Kampf
ohne Deckung
62.Auf der
Suche
63.Das
Monstrum im Zug
64.Auf der
abendlichen Feier
65.Die
Fahrt aufs offene Meer
66.Auf dem
Bauernhof
67.Flugzeugabsturz
68.Unvermittelte
Heimkehrer
69.Konfetti
70.Der
literarische Zirkel
71.Spiel
und Muße
72.Die
Stelzenschiffe
73.Die zwei
Frauen
74.Der
Stromschlag
75.Die
Brücke überm Abgrund
76.Die
Skulptur
77.Der
Umzug
78.Das
Raumschiff
79.Die
Straßen der Kindheit
80.Der
Atompilz im Brillenglas
81.Holmes und
Watson und weitere Rätsel
82.Der
dänische Tornado und die Gaststätte
83.Kamerafahrt
durch den Petersdom
84.Die
Lateinprüfung
85.Impressionen
vom Balkon
86.Der Flug
am Regenschirm
87.Ein
Versteck unter der Erde
88.Die
Gesprächsrunde und die Männertoilette
89.Der
Besuch in Südfrankreich
90.Zwischen
den Wäscheleinen
91.Die
Sargprozession, der Zigeuner und ich
92.Am
Berghang
93.In der
theologischen Fakultät
94.Auf dem
Ozeanriesen
95.Bei Dr.
Quincy
96.Das Bett
unter der Brücke
97.Die
Scanning-Diagnose
98.Der
Windtunnel
99.Verschraubungen
100.Der
vergessene Hut
101.Die
öffentliche Wohnung
102.Rendezvous
mit Joe Black
103.Das
Entfernen der Fußverbände
104.Kölner
Visionen
105.Eisglätte
im Gebirge
106.Im
Krankenzimmer
107.Das
Spiel am Wasser
108.Der Untergang
des Mobiliars
109.Das
merkwürdige Landkartenbuch
110.Thomas
Morus
111.Die
Traumbotschafterin
112.Die
Wohnung in schwindelnder Höhe
113.Der
Gott Michelangelos und ein Duell
114.Der
Jüngling auf dem Deich
115.Termin
in der Hölle
116.Zwischen
Straße und Meer
117.Kohlen
und Ruinen
118. Der
Meditationsmeister
119. Im
Buchladen
120. Das
letzte Abendmahl
121. Der
Imker und das Fleckfieber
122. Traum,
31.12.1999
123.Die
tote Antilope
124.Der
vergessene Ring
125.Die
Tarnkappenbomber
126.Die
Atmanen
1/ SCHULAUSFLUG
UND EIN INDIANER
Ein Schulausflug im Sommer. Zur Rechten ein See. Links
hügeliges, bewaldetes Gelände. Wir sind auf einer großen Wiese und sollen uns
warmlaufen. Ich protestiere gegen diese Anstrengung. Der Klassenlehrer trägt um
den Hals eine Trillerpfeife und sagt, daß das Spiel erst nach dem Warmlaufen
beginnen kann. Dann spielen wir auf dem Wiesenhang ein Ballspiel. Die Sonne
scheint. Ein Freund sagt, daß wir nicht vor zweiundzwanzig Uhr hier wegfahren
werden. Ich klopfe dem vorbeihastenden Lehrer auf die Schulter: Er spielt so
angestrengt mit! Dann schwebe ich wie ein Vogel hoch über der grünen Gegend.
Plötzlich befinde ich mich in einer kleinen Hütte. Auf drei Stühlen sitzen dort
im Dämmerlicht drei dunkelhäutige Männer. Einer von ihnen ist ein Indianer mit
markantem Profil. Er trägt einen schwarzen Hut mit Federschmuck. Dann befinde
ich mich in einem Waldstück. Weiter
oben verläuft eine Straße, wo Personen reglos umherstehen. Auf halbem
Weg dorthin liegt am Boden etwas menschenähnliches: Es sind Körperteile, Arme
und Beine, die seltsam verwinkelt aus der Erde ragen. Ich höre ein Geräusch und
blicke zur Seite: Der Indianer kommt aus dem Wald und nähert sich mir.
2/ DAS ZIMMER IN
VIOLETT
Ich bin umgezogen. Ich trete aus meinem Studierzimmer in
eine große und gut ausgestattete Küche. Von dort kann ich in einen weiteren
Raum blicken, wo drei junge Leute, ein Mann und zwei Frauen, am Boden hocken.
Es müssen meine Mitbewohner sein. Ich grüße sie und teile ihnen mit, daß ich
„der Neue“ bin. Dann befinde ich mich mit einer der Frauen allein auf ihrem
Zimmer. Das „Zimmer“ hat die gewaltigen Ausmaße eines Saales, in dem alles in
Violett gehalten ist: Lange Reihen von Bildern hängen wie in einem Museum ordentlich
an den Wänden. Ich bin beeindruckt und teile es der Begleiterin mit. In dem
Raum fehlen jegliche Möbelstücke. Als ich danach frage, bekomme ich zur
Antwort, daß die Möbel in die Wände eingelassen seien. Ich betrachte die Frau
an meiner Seite näher: Sie hat kurz gehaltenes, blondes Haar und sie gefällt
mir auf Anhieb. Plötzlich sehe ich sie in einem anderen Licht: Ihr Haar
erscheint mir nun dunkel und große, entstellende Muttermale oder Warzen auf
einer ihrer Gesichtshälften stoßen mich ab. Wie häßlich sie ist! Die Frau kippt einen Tisch aus der Wand,
hinter der sich in einem Hohlraum auch ein offener Schrank mit vielen
Gebrauchsgegenständen darin befindet. Nun kommt sie mir wieder begehrenswert
vor. Ich will mit ihr schlafen, doch wir verlassen den Raum gleichzeitig durch
zwei Drehtüren.
3/ DER
PHILOSOPHIELEHRER UND DER TORNADO
Ich folge dem Philosophielehrer in einigem Abstand eine
lange, gerade Straße in meinem Heimatort entlang. Die Straße führt nach Westen,
aus der Stadt heraus. Der Lehrer trägt eine merkwürdige Mütze und verschwindet
zwischen Häuserzeilen. Dann sehe ich, wie sich ein Tornado, eine gewaltige
Windhose, am Himmel nähert. Ich erstarre: Wird sie den Lehrer oder mich
erreichen? Ich denke an die ungeheure Zerstörungskraft des Sturmes. Später am
Abend sitzen wir zusammen. Der Lehrer erzählt, daß ihn die Windhose „arg
gebeutelt“ und ihm die Kleider vom Leib gerissen habe.
7/ DER
GOTTESDIENST UND DIE AUFGEBAHRTEN MÖNCHE
Der Gottesdienst ist beendet. Die Besucher steigen aus ihren
Bänken und strömen dem Ausgang zu. Unter ihnen erkenne ich Freunde und
Familienangehörige. Ich gehe noch einmal zurück, denn ich habe meine rote Jacke
in der Bankreihe vergessen. Die Jacke ist zu Boden gefallen. Ich hebe sie auf.
Dabei finde ich auch eine seltsame Figur, einen Clown oder Harlekin, der in
Plastikfolie eingeschweißt ist. Eine Frau nähert sich mir. Ich denke, daß sie
vielleicht die Mutter des Kindes ist, dem das Spielzeug gehört. „So ein Rummel
hier“, sage ich zu ihr und lache dabei. Ich knie nieder, um noch ein Gebet zu
sprechen. Die Anderen warten bestimmt schon auf mich! Plötzlich befinde ich
mich hinter einem erhöhten Altar. Mir gegenüber, auf der anderen Seite des
Altars, sitzen viele Menschen im Kirchenschiff. Aus den Augenwinkeln bemerke
ich eine mir flüchtig bekannte Frau. Dann erstarre ich förmlich. Mein Gesicht
verfärbt sich grau und fühlt sich wie eine harte Maske an. Ich glaube, daß die
Frau es bemerkt und wende mich von ihr ab. Da sehe ich auf einem breiten Sockel
einen aufgebahrten Toten liegen. Einige Ordensleute verdecken noch einen
liegenden Menschen, von dem sich mir nur die schwarzen Lackschuhe einprägen.
Ist er ebenfalls tot? Mit Erschrecken bemerke ich weitere Leichen, wie
Skulpturen, auf eckigen Sockeln präsentiert. Sie sind mit wallenden Tüchern
bedeckt, die bis zum Boden reichen. Nur ihre Köpfe schauen hervor. Es sind zwei
alte Patres, einer von ihnen in merkwürdig verkrümmter Rückenlage, das Haupt
weit unterhalb des Körpers situiert. Ich wage nicht, ihre Gesichter näher zu
betrachten. Dann sehe ich eine noch leerstehende Nische, die von schwarzem
Vorhangstoff umsäumt wird. Entsetzt laufe ich an den Aufgebahrten vorbei, durch
das Kirchenportal, hinaus ins Freie. Draußen scheint die Sonne. Ich frage
jemanden: „Wo ist denn der große Parkplatz?“ Hinter Sträuchern, Bäumen und
einem Gitterzaun kann ich fahrende und parkende Autos erkennen. Ich trete näher
an den Zaun heran, um die Anderen zu suchen.
8/ DALI-TRAUM
Dali begegnet mir im Traum. Er zeigt mir das „zweischneidige
Instrument“. Was ist das „zweischneidige Instrument“?
9/ SARTRE UND DIE
CHINESISCHEN FRAUEN
Ich treffe Sartre im Traum. Seine Augen rollen irr. Er sieht
dick und häßlich aus, aber ziemlich jugendlich. Dann wiederholt sich die immer
gleiche Ansicht eines schmalen, dunklen Ganges oder einer Öffnung. Es ist, als
blicke ich durch ein Schlüsselloch dort hinein. Dann scheine ich in einem
Fotoalbum zu blättern, nur, daß darin verschiedene Sequenzen eines Films in
schneller Bildabfolge zu sehen sind. Dann wieder der Blick in den dunklen
Tunnel. Ich versuche Konturen, mir Bekanntes, in dem Bild zu erahnen, das sich
meinen Augen bietet. Dann eine bedeutsame Szene mit Gedanken an den Mutterleib.
Schließlich ein neuer Raum und in der Mitte des Raumes eine erhellte, runde
Plattform, die es zu erreichen gilt. Ich robbe vorsichtig zum Mittelpunkt der
Plattform hin. Eine große Kraft befindet sich ebenfalls dort und versucht, mich
zurückzuhalten. Dann folge ich vier chinesischen Frauen eine Treppe hinunter.
Drei von ihnen sehen fast identisch aus. Sie sind grazil und von bezaubernder
Schönheit. Die Frauen haben die langen, schwarzen Haare nach asiatischer Art
hochgesteckt und werden von ihrer Mutter begleitet. Die Mutter, die am Schluß
der Gruppe und direkt vor mir her geht, sieht ebenfalls noch sehr jung aus.
10/ IN DER
EISRINNE
Ich werde aufgenommen von dem Mann und seiner Familie. Eines
Tages weist mir der Mann ein Haus in der „Eisrinne“ am Meer zu. Dort am Meer
mache ich viele Entdeckungen: Bei Ebbe stehen bizarre Felsformationen am
Strand, die wie große Möbelstücke aussehen. Auch scheinen die Felsen aus einem
weichen Stein oder merkwürdigem Schaumstoff zu bestehen. Im Haus finde ich
flache Steinplatten, die überall an den Wänden lehnen und umherliegen: Je näher
ich die Platten betrachte, desto mehr Einzelheiten treten auf ihrer
reliefartigen Oberläche hervor. Menschliche Konturen scheinen sich aus dem
Stein herauszuschälen, und ich sehe Extremitäten, Gesichter oder ganze Körper,
die sich darauf abzeichnen. In einem der Zimmer entdecke ich ein altes Klavier
und stelle fest, daß ich es von früher her, aus dem Elternhaus, kenne. Was ist
mit den Eltern geschehen und warum kann ich mich nicht an meine Kindheit
erinnern? Ich werde den Mann fragen müssen, der mich hierher gebracht hat. Als
ich den Deckel des Klaviers öffnen will, stelle ich fest, daß stattdessen viele
unterschiedliche Klappen zu betätigen sind. Als ich endlich bei der Tastatur
angelange und einige Töne spiele, klingt das Instrument dumpf und verstaubt. Da
kehrt der Mann zurück und sagt mit ernster Stimme: „Ich habe dich dreimal
gewarnt. Jetzt muß ich dich fortschicken!“ Ich frage ihn, wohin ich denn nun
gehen soll. „Ich habe es mir lange überlegt“, sagt da der Mann, der mir
gesichtslos erscheint, „du kannst nicht mehr in der Eisrinne bleiben“. Durch
die hohen Fenster blicke ich hinaus aufs Meer. Eine Sturmflut naht. Schon
spülen die blauen Wellen gegen die Außenwände und unterspülen die Fenster
bereits zur Hälfte. „Die Wellen!“, schreie ich und laufe zur Tür hinaus.
Draußen türmen sich große Wellenberge auf. Ich ducke mich, um unter ihnen
hinwegzutauchen. Hinter mir schlagen die Wogen an die Hausfassade und branden
bis an das zweite Stockwerk, wo sie sich brechen und nochmals überschlagen,
hoch über meinem Kopf und über dem Kopf des Mannes. Ich bemerke, daß das Haus
sehr alt sein muß. Weißgetüncht und majestätisch steht es da, mit seinen
schlanken, bleiverglasten Fenstern. Bald ist alles voll Wasser und grün und
blau um mich herum. Ich überlege, wo ich nun bleiben soll: Im Bauch eines
Walfisches? Oder treibt irgendwo eines der großen „Möbelstücke“ vom Strand, das
mich aufnehmen und tragen könnte?
12/ DAS GRAND
HOTEL UND DAS ZERLEGTE FAHRRAD
Ich bin Gast in einem großen Hotel, wo ich übernachten soll.
Ich sitze auf einem Hügel gegenüber dem Gebäude. Ein steil abfallender Weg
führt von mir aus zum Hotel. Unten auf der Straße steht eine Freundin. Sie
steigt in den Bus, der aus der Stadt hinausfährt. Ich würde gern mitfahren,
bewege mich aber nicht von der Stelle. Dann befinde ich mich im Hotel. Ich sehe
keinen Sinn darin, noch länger hierzubleiben. Ich verlange nach meinem Fahrrad.
Der Hotelchef, ein großer, korpulenter Mann im dunklen Anzug, sagt, daß es
nicht so einfach sei, das Rad zurückzubekommen und daß ich bis zum nächsten
Morgen darauf warten müsse. Ich protestiere und bestehe darauf, fortgehen zu
können, wann immer ich es will. Dann sehe ich mein Gefährt, das hoch über dem
Mann auf einem Mauervorsprung oder Lagerregal in einem Haltegerüst hängt. Auf
mein Verlangen hin löst der Hotelchef die aufwendigen Verankerungen und
Sicherungen des Gerüstes. Dabei zerlegt er das Fahrrad in seine kleinsten
Einzelteile. Wütend knie ich vor den Teilen des Rades.
13/ WIE DER
PFARRER SEINEN HUND AUF UNS JAGT
Ich bin wieder ein kleiner Junge und spiele gemeinsam mit
Freunden Streiche. Wir klingeln an Haustüren und rennen eilig durch enge Gassen
fort. Dann befinden wir uns im Garten des Pfarrhauses, der mir gleichsam wie
der Garten des Elternhauses erscheint. Die Freunde laufen vor mir her.
Plötzlich steht der Pfarrer in der Hintertür und jagt seinen Hund, einen
kleinen Dackel, auf uns. Die Freunde springen flüchtend über einen Zaun. Ich
will das auch tun, bleibe aber stehen und denke darüber nach, wie absurd und
lächerlich mir diese ganze Szenerie vorkommt. Zum Pfarrer gewendet sage ich:
„Jetzt jagt er seinen Hund auf uns: Das gibt es doch gar nicht!“
14/ DER KAMPF UM
DIE LANDEBAHN
Wir befinden uns im Wald, bei einer großen Landebahn, die es
zu beaufsichtigen gilt. Schon tagelang geht das so. Es ist naß und neblig. Es herrscht große Hektik.
Angriffe werden befürchtet. Ich stehe mit anderen Männern zusammen. Während wir
reden, ruft einer von ihnen. „Die Landebahn brennt!“ Zwei Arbeiter rücken mit
Feuerlöschern aus. Draußen ist es jetzt fast dunkel geworden. Die Männer laufen
zu der Stelle, wo der Wald bei der Landebahn brennt und beginnen damit, das
Feuer zu bekämpfen. Ein schweres Zugfahrzeug rollt zwei Hubschrauber herbei,
worüber ich verwundert bin. Dann ist es stockduster um mich herum. Fast blind
laufe ich umher und nehme nur noch Schatten wahr. Dann erfolgt ein feindlicher
Angriff, wie im Krieg! Wir werden plötzlich aus dem Hinterhalt beschossen. Ich
drehe mich um. Auch unsere Leute schießen auf Gestalten, die im mangelnden
Licht kaum auszumachen sind. Ein alter, verdienter Soldat in Uniform ist
getroffen worden und liegt im Sterben. Er sieht sehr preußisch oder
„wilhelminisch“ aus und trägt ein Monokel, sowie zahlreiche Sterne und Orden
auf der Brust. Dann sehe ich weitere Soldaten in Uniformen, die ebenfalls aus
der Kaiserzeit oder aus dem Ersten Weltkrieg zu stammen scheinen. Einer von
ihnen sieht aus wie ein Zinnsoldat. Er trägt einen merkwürdig spitzen Helm, der
mich an eine Bischofsmütze erinnert. Da bemerke ich, daß dieser Soldat nur eine
Puppe mit künstlichem Gesicht ist. Ist es etwa der gefallene Alte von vorhin?
21/ DER TISCH DER
VÄTER
Hinter einem massiven, hölzernen Tisch sitzen Männer mit
dunklen Festtagsanzügen. Ich erkenne in ihnen den Vater und seine Freunde aus
dem Heimatdorf wieder. Die Szene erscheint mir unwirklich, wie eine alte
Schwarzweißfotografie aus den Fünfziger Jahren. Von weitem nähere ich mich dem
Tisch. Da versperrt mir eine Lichterscheinung den Weg. Die Erscheinung hat die
Umrisse eines Mannes, der von einer strahlenden, makellos weißen Aura umgeben
ist. Dann stehe ich vor dem Tisch und blicke an mir selbst herab. Auch ich
trage einen Anzug, nur paßt hier nichts zusammen: Hose, Jackett und Schlips
sind andersartig. Meine Kleidung ist etwas ärmlich und an manchen Stellen sogar
geflickt. Das macht mir nichts aus: Ich habe sogar ein sehr gutes Gefühl dabei!
52/ DIE
MENSCHMASCHINE
Ein surrealistischer Film wird gezeigt. Kurz zuvor hat mir
jemand ein Skript mit dem Titel „der Teufelskiosk“ oder „der Todeskiosk“ in die
Hand gedrückt. Der Film beginnt mit der Ankündigung eines skurrilen deutschen
Komikers. Erste Szenen in einem Kinderzimmer. Das Gesicht des Ankündigers
verwandelt sich in das Gesicht des Science-Fiction-Helden „Mr. Spock“ und
landet als Aufkleber an der Wand. Viele bunte Gegenstände befinden sich in dem
Raum. Dann taucht ein junger, schwarzer Sportler auf, der Basketball spielt und
den Ball in einen Korb zielt. Unterm Korb verwandelt sich der Ball in eine
helle Glühbirne, die unentwegt, wie eine Boxbirne, gegen das Korbbrett schlägt.
Anschließend sehe ich zwei kleine rötliche Luftballons oder mit Luft gefüllte,
formbare Hüllen. Sie nehmen grob die Gestalt von Kühen oder Stieren an und
scheinen von innen heraus zu leuchten. Die Hüllen wachsen immer weiter und eine
von ihnen haftet sich an meinen Rücken. Ich versuche, sie abzuschütteln. Die
andere Hülle verformt sich zu einer menschenähnlichen Kontur, die am Boden
liegenbleibt. Dieses Gebilde scheint nun eine Masse organischen Ursprungs zu
sein. Aus der Masse steigt von unten, aus dem angedeuteten oder von mir an
dieser Stelle vermuteten Gesicht, ein künstlicher, silbergrauer, metallisch
glänzender Gegenstand hervor. Ich bin mir sicher, daß es sich dabei um eine
gelungene Synthese von Mensch und Maschine handelt.
60/ IM STABSLAGER
Ein verdienter Soldat wird im Krieg verletzt. Er bleibt bei
einer Hütte in einem Graben liegen. Die Anderen wollen schon gehen, als einer
von ihnen sagt: „Wir müssen noch den Leutnant mitnehmen“. Da kommt der Leutnant
auch schon angelaufen. Seinen rechten Oberschenkel hat er mit einem weißen
Verband umhüllt. Ich bewundere, daß er immer wieder aufsteht und weitermacht.
Er trägt eine schwarze Uniform mit hellen Knöpfen darauf. Sein Kopf ist
unbedeckt. Ich denke, daß er volles Haar hat, sehe aber, als er näherkommt, daß
er eine Stirnglatze hat und einen Bart trägt. Ein schneller Sportwagen, wohl
ein Audi, rast auf einer Sandpiste davon. Andere, schnelle Autos stehen umher.
Ich sage, daß es doch im Krieg noch nicht solche Autos gab. Ein Porsche steht
abfahrbereit. Dieser Wagen soll auch den Leutnant mitnehmen. Dann sitzen wir
wohl zu dritt in dem Wagen. Er rast davon, weg von der Front, ins Hinterland.
Dort befindet sich ein großer Gutshof, der das Ziel unserer Fahrt ist. Der Hof
ist das Hauptquartier der „Obersten
Heeresleitung“. Er wird vor dem Feind streng geheimgehalten. Überall stehen
getarnte Fahrzeuge und Panzer. Wachen laufen mit Stahlhelm und Gewehr im
Anschlag Patrouille. Ein Soldat blickt zum Himmel und wird sehr nervös. Er
klettert auf einen Panzer und klopft mehrmals gegen das Waffenrohr. Die Mündung
des Rohres ist verschlossen und trägt einen eckigen Deckel. Der Deckel beginnt
sich zu öffnen, so daß der Soldat etwas hineinrufen kann. Das Rohr fährt
senkrecht nach oben. Am Himmel erscheinen zwei Hubschrauber. Ich sehe Schemen
von Menschen in den Helikoptern, auf die geschossen werden soll. Dann jedoch
kommt die Nachricht, daß es sich um eigene Leute, um Nachschubeinheiten, handelt. Dann ein Szenenwechsel: Gemeinsam
mit dem Leutnant betrete ich eine große Halle oder Scheune des Gutshofes. Der
Leutnant trägt einen gewaltigen, futuristisch anmutenden Helm. Drinnen befinden
sich viele Menschen. Wichtige Militärpersonen reden anscheinend über
strategische Dinge und die aktuelle Kriegssituation. Der Leutnant und ich
wollen uns ebenfalls informieren. Wir treten auf eine hufeisenförmige
Sitzgruppe zu. Links davon stehen zwei Personen im hellen Scheinwerferlicht,
die etwas mit dem Mikrofon vortragen. Dahinter, an einer langen Theke oder Bar,
stehen Leute in Abendgarderobe. Die Frauen tragen altmodisch anmutende Kleider
und haben Frisuren, wie sie in den Zwanziger Jahren getragen wurden. Rechts
steht ein reichlich gedecktes Büffet, mit allen nur erdenklichen Leckerbissen.
Gut gekleidete Bedienstete warten dahinter, was ich jedoch erst im Hinausgehen
bemerke. Wir müssen die Scheune
nochmals verlassen. Als wir ein zweites Mal eintrete, trägt der Leutnant
einen vornehmen Anzug. Das Büffet wird gerade abgeräumt. Die Gäste sind
verschwunden. Kellner tragen das schöne Essen eilig auf großen Platten davon.
An einem der Tische, beim Fenster, erblicke ich noch eine Platte mit Essen. Der
Leutnant ist ungehalten und stellt einen Mann zur Rede, von dem ich annehme,
daß es der Küchenchef ist. Jener jedoch, ein ebenfalls fein gekleideter Herr im
dunklen Anzug, scheint von größerem Einfluß zu sein. Er weist den Leutnant
zurecht: „Sie hätten schneller kommen müssen“, oder ähnlich. Der Leutnant
scheint beeindruckt. Ich sehe mich derweil nach besteck und Geschirr um und
finde vornehmlich quadratische Teller, die an den Ecken leicht abgerundet sind.
Ich sortiere kleinere Teller aus und wähle einen größeren, sowie Messer, Gabel
und Löffel. Ich bin entschlossen, mir noch etwas zu Essen zu holen oder den
Kellnern sogar in die Küche hinterherzulaufen.
70/ DER
LITERARISCHE ZIRKEL
Mit einem Begleiter treffe ich bei einem literarischen
Zirkel ein. Weise Frauen und Männer, von denen einer wie Tolstoi aussieht,
sitzen im Raum beisammen. Ich setze mich ganz nach hinten. Die Frau auf dem
Stuhl vor mir ist sehr begehrenswert. Ich beiße ihr ins Ohrläppchen. Sie
schmiegt ihre Wange an mein Gesicht. Ich umfasse ihre Taille und spüre ihre
warme Haut. Dann sind mein Begleiter und ich wieder unterwegs. Wir müssen an
einer Wand hochklettern und uns an einem Mauervorsprung hochziehen. Es ist
schwer und ich frage mich, wie ich hinaufkommen soll. Dann reiße ich mich mit
dem „Armhebel“ und einem kräftigen Sprung hoch. Oben erwartet uns eine
Überraschung. Die Freundin meines Begleiters hat ihm einen übergroßen Brief wie
ein Plakat an die Wand geheftet. Es scheint ein Abschiedsbrief zu sein, oder
eine Aufforderung zu bestimmten Handlungen. Vieles steht dort zu lesen, wie
etwa: „Du mußt nach Rom fahren“.
72/ DIE
STELZENSCHIFFE
Ich bin auf einem Rheinschiff bei Köln. Das Schiff besitzt
vier Türme. Es fährt im Kreis, um noch größere Gebilde im Wasser, die wie
übergroße Stelzen aussehen, zu rammen und umzukippen. Passagiere springen vom
Schiff in den Fluß, um sich ans Ufer zu retten, wo viele Zuschauer stehen.
81/ HOLMES,
WATSON UND WEITERE RÄTSEL
Zwei seriöse Männer, wohl Sherlock Holmes und Dr. Watson,
unterhalten sich über eine unheimliche Exhumierung. Es geht dabei um das Gesicht
des Toten, das eine merkwürdige Besonderheit aufweisen soll. Dann befinde ich
mich in einem Park oder Garten mit einem großen Wasserteich darin. In dem Teich
liegen viele unterschiedlich geformte Steinplatten, die knapp aus dem Wasser
ragen. Glockenläuten setzt ein. Ich stelle fest, daß ich die Glocken melodiös
läuten lassen kann, wenn ich mit der Faust gegen die Steinplatten schlage. Dann
stehe ich vor einer gotischen Kirchenfront oder einem altehrwürdigen Gebäude.
In zwei Nischen stehen zwei Statuen: Eine steinerne Frau mit Kopftuch, von der
ich hauptsächlich das Gesicht betrachte, und ein Löwe oder eher ein Menschen
mit Löwenmaske. Plötzlich kommt Leben in beide Figuren und sie stimmen ein
englisches Lied an. Die Szene wirkt wie aus einem Musical. Ich betrachte die
Bewegungen im steinblassen Gesicht der Frau, die eben noch wie eine Figur
Riemenschneiders aussah. Dann sehe ich, daß sich auch die Löwenmaske verändert
hat. Hinter ihr ist der Musiker Ringo Starr zum Vorschein gekommen ist . Er
trägt ein helles, gemustertes Oberhemd und wirkt sehr brav. Dann sehe ich seine
muskulösen, tätowierten Arme und sein Gesicht, das dem Löwengesicht von vorhin
noch sehr ähnlich ist.
98/ DER
WINDTUNNEL
Personen stehen aufgereiht vor einem Abgrund oder Tunnel.
Sie lassen sich nach vorn fallen und werden daraufhin, wie von Geisterhand,
leicht angehoben. Dann schweben die Menschen waagerecht in dem Tunnel, wo ein
Windzug herrscht. Plötzlich befinde ich mich an einem anderen Ort. Eine Frau
kommt auf mich zu. Sie ist nicht sehr hübsch. Dann fliehe ich auf einer
Wendeltreppe abwärts, durch ein geräumiges Treppenhaus. In den Etagen stehen
Bücherregale. Unten angekommen blicke ich mich noch einmal um. Oben auf der
Treppe beugt sich jemand übers Geländer und sieht herab. Vor mir steht eine
Leiter. Ich will hochsteigen, doch die Leiter kippt mir langsam entgegen.
99/
VERSCHRAUBUNGEN
Zwei große, achteckige Schrauben müssen auf einer
Metallplatte befestigt werden. Beim Eindrehen der Schrauben bemerke ich, daß von
unten Wasser in die Gewinde eindringt und aufsteigt. Zum Zweck des Rostschutzes
müssen die Schrauben deshalb mit einem formbaren Material, eine Art klebriger
Sand, isoliert werden.
102/ RENDEZVOUS
MIT JOE BLACK
Ich spaziere in einer Baumallee, auf einem Sandweg, entlang
einem kleinen Fluß. Vor mir taucht ein Rastplatz, eine Bank mit Tisch, auf. Auf
der Bank sitzt eine blonde Frau, die ich nicht kenne. Im Vorübergehen achte ich
auf ihr Aussehen. Sie hat schönes, langes Haar und ist sommerlich-schulterfrei
gekleidet. Ihre Brüste sind wohlgeformt. Hinter mir kommt, in einigem Abstand,
eine Freundin den kurvigen Weg entlang. Sie sieht im Traum größer und schlanker
aus, als in der Wirklichkeit. Dann bin ich in einem Juweliergeschäft und stehe
vor den Auslagen. Der Juwelier ist ein wohlgekleideter, dunkelhaariger Mann
mittleren Alters. Ich überlege, all meine Ersparnisse für ein Schmuckstück
auszugeben und sinniere darüber nach, welche Folgen ein solcher Kauf für mich
hätte. Dann ist es Abend. Mit weiteren Personen stehe ich vor einer dunklen
Treppe. Meine Begleiter haben Angst,
daß der Schatten „Joe Blacks“, der Schatten des Todes, in der Nähe sein
könnte. Ich beobachte die Umgebung und spüre ebenfalls die Nähe Joes. Er ist
irgendwo da, in seinem feinen, schwarzen Anzug. Dann sehe ich ihn tatsächlich,
in der Gestalt von Brad Pitt. Er sitzt in seinem Auto, vor einem Bildschirm.
Ich sehe von der Seite sein hübsches Gesicht und die frisierten Haare und denke
im Stillen, daß er nach wie vor ein schlechter Schauspieler ist. Hier im Auto
trägt er Freizeitkleidung. Dann hocke ich mit einem Mann vorm Computer, der
Fernsehbilder zeigt. Ich erläutere die Neuerungen der Computertechnik und
spreche darüber, daß die Bilder mit einer speziellen TV-Karte noch besser
werden. Anschließend suche ich hinter dem Monitor einen Antennenausgang und
finde die Buchse auch. Hinter dem Gerät herrscht ein großer Kabelsalat.
103/ DAS
ENTFERNEN DER FUSSVERBÄNDE
Mit dem Freund spiele ich auf einer weiten Ebene. Wir laufen
hin und her und legen dabei anscheinend ungeheure Wegstrecken zurück, so, als
hätten wir Siebenmeilenstiefel an den Füßen. Dabei sprechen wir über eine Reise
nach Amerika. Die Reise war sehr kurz und ich bin froh, den Mut gehabt zu
haben, dorthin zu fahren. Dann versuche ich, meine Füße von allerlei
merkwürdigen Verbänden zu befreien. Über dem einen Fuß liegt so etwas, wie eine
dicke, weiße Farbkruste, die einem Gipsverband ähnelt. Vom anderen Fuß muß ich
ein aluminiumartig glänzendes Material abziehen. Darunter taucht eine Fütterung
auf, die wie Glaswolle aussieht. Als ich aber den Verband lösen will, bemerke
ich, daß er mit einer Vielzahl von spitzen Nägeln, Widerhaken oder Heftklammern
tief in meiner Fußsohle steckt. Das sieht schockierend aus und ich muß bei der
Entfernung furchtbar zu bluten anfangen! Vorsichtig beginne ich dennoch damit,
das „Verbandszeug“ von der Fußsohle abzuziehen. Ich verspüre kaum Schmerzen
dabei.
118/ DER
MEDITATIONSMEISTER
Der tibetische Lehrer erscheint mir im Traum. Er sitzt auf
einer erhöhten Bühne oder Plattform und meditiert. Er sitzt beeindruckend und
felsenfest, wie ein Berg. Er ähnelt einem kraftvollen, goldenen Löwen. Dann sehe ich, wie er sein Aussehen
ändert und in einem flimmernden Farbspektakel gleichzeitig viele verschiedene
Gestalten annimmt.
109/ DAS
MERKWÜRDIGE LANDKARTENBUCH
Eine große Überschwemmung. Der Fluß ist aus seinem Bett
gestiegen. Der Mann und ich schwimmen im Wasser. Dort gibt es Untiefen und
Strömungen, die in verschiedene Richtungen treiben. Der Mann reicht mir zur
Orientierung ein Buch mit Landkarten darin. Das Buch ist aus festem Material,
vielleicht aus Holz, gefertigt. Die Landkarten sehen merkwürdig aus:
Verschiedene Orte sind benannt und eingekreist oder reliefartig,
dreidimensional, aus der Karte hervorgehoben. Weiter gibt es keine Beschreibung
eines Wegenetzes. Keine Straßenverbindungen sind eingezeichnet.
120/ DAS LETZTE
ABENDMAHL
Eine Abendmahlszene, die an das Gemälde des Cenacolo von Leonardo
da Vinci erinnert. Doch in der Mitte des Bildes, am Platz des Herrn, klafft
eine Lücke: Jesus hat den Tisch verlassen und ebenfalls die vier Jünger, die um
ihn herum saßen. Die Vier sind aufgestanden und stehen als Gruppe wie erstarrt
im Raum. Sie scheinen sich mit großen, erstaunten Augen etwas zuzurufen. Es ist
nichts zu hören. Die hinteren Wände des Raumes sind aufgebrochen und in der
Ferne erscheint Christus mit weit ausgebreiteten Armen vor einem hellen
Hintergrund oder auf einer Wolke schwebend. Auf halbem Weg dorthin steht ein
Wächter oder Engel des Herrn.
122/ TRAUM,
31.12.1999
Die Straßenbahn fährt in den Norden der Stadt. Dort ist jetzt
das Meer. Die Fahrt geht schnell bergab, fast wie in einer Achterbahn. Dann
sitze ich in einer Bahn nach Süden. Der Schaffner will mein Ticket sehen. Ich
krame viele Fahrscheine aus der Hosentasche, weiß aber nicht, welcher der
richtige ist. Die Fahrt geht nach „Hüttenheim“, doch will gar nicht in den
Süden der Stadt. In einer Kurve kommt der Bahn auf der Parallelspur ein
merkwürdiges Einmanngefährt mit Glaskabine entgegen. Dann stehe ich an einem
Umsteigepunkt, von dem aus zwei Bahnen in unterschiedliche Richtungen
weiterfahren.