THOMAS WOLF

 

 

 

 

 

 

 

DER TISCH DER VÄTER

 

- ein Traumtagebuch-

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

EINE ANMERKUNG ZUM TRAUMTAGEBUCH

 

Träume sind sehr persönliche Besitztümer und können nur individuell von der Träumerin oder vom Träumer aus ihrer/ seiner jeweiligen Lebenssituation heraus gedeutetet werden. Die vorliegenden Träume sind künstlerisch verfremdet und beruhen auf Notizen, die während eines sehr langen Zeitraumes gemacht wurden. In den Traumdarstellungen werden selbstverständlich keine Namen mir bekannter Personen genannt. Es tauchen jedoch einige prominente Persönlichkeiten auf, die namentlich genannt werden. Nicht alle der inhaltlich angeführten Traumdarstellungen befinden sich gleichzeitig auf der Homepage.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

INHALT DES TRAUMTAGEBUCHES                                       

 

 

1.Schulausflug im Sommer und ein Indianer

2.Das Zimmer in Violett

3.Der Philosophielehrer und der Tornado

4.Die Frau im Hochhaus und das afrikanische Banner

5.Der Zaubertrick mit dem Teesieb

6.Besuch der Märchenfrau

7.Der Gottesdienst und die aufgebahrten Mönche

8.Dali-Traum

9.Sartre und die chinesischen Frauen

10.In der Eisrinne

11.Eine Überschwemmung

12.Das Grand-Hotel und das zerlegte Fahrrad

13.Wie der Pfarrer seinen Hund auf uns jagt

14.Der Kampf um die Landebahn

15.Der entgleisende Zug

16.Eine Klassenfahrt

17.In der weißen Wohnung

18.Die masturbierende Frau

19.In der Arztpraxis

20.Die Kirmes auf dem Hügel

21.Der Tisch der Väter

22.Das Fleischessen

23.Ein aufkommender Sturm

24.Ein Jugendlager

25.Die schrägen Fußböden

26.Das Seifenblasenkissen

27.Sichtbehinderung im Kino

28.Das Fest hinter der Glasscheibe

29.Die Konferenz und der leere Schrank

30.Die unspielbare Flöte

31.Besuch im Heim und eine Prozession

32.Durch wildes Wasser

33.Geschwindigkeitstraum

34.Zurück in der Schule

35.Der Krieg gegen Schottland und der Kreis der Tanzenden

36.Die herabstürzenden Eisbrocken

37.Die Parklücke, Steinwürfe, die fremde Wohnung

38.Der Steinwurf

39.Die giftige Substanz

40.Auf der Flucht

41.Trecker fahren

42.Ein neuer Arbeitsplatz

43.Im Schwimmbad

44.Ein Schlafplatz für den alten Mann

45.Im Durcheinander

46.Der Balanceakt auf der Bettkante

47.Die Fahrt zur Plantage

48.Drei Schlüssel an der Hauswand

49.Der Junge, der mich anspuckte

50.Das gebogene Sensemesser

51.Die Sternschnuppenschwärme

52.Die Menschmaschine

53.In Rom

54.Karneval

55.Die Freundin mit der Nähmaschine

56.Die rollenden Äpfel

57.Der Dachflicker

58.Der phantastische Aufzug

59.Besuch in der Wohngemeinschaft

60.Im Stabslager

61.Kampf ohne Deckung

62.Auf der Suche

63.Das Monstrum im Zug

64.Auf der abendlichen Feier

65.Die Fahrt aufs offene Meer

66.Auf dem Bauernhof

67.Flugzeugabsturz

68.Unvermittelte Heimkehrer

69.Konfetti

70.Der literarische Zirkel

71.Spiel und Muße

72.Die Stelzenschiffe

73.Die zwei Frauen

74.Der Stromschlag

75.Die Brücke überm Abgrund

76.Die Skulptur

77.Der Umzug

78.Das Raumschiff

79.Die Straßen der Kindheit

80.Der Atompilz im Brillenglas

81.Holmes und Watson und weitere Rätsel

82.Der dänische Tornado und die Gaststätte

83.Kamerafahrt durch den Petersdom

84.Die Lateinprüfung

85.Impressionen vom Balkon

86.Der Flug am Regenschirm

87.Ein Versteck unter der Erde

88.Die Gesprächsrunde und die Männertoilette

89.Der Besuch in Südfrankreich

90.Zwischen den Wäscheleinen

91.Die Sargprozession, der Zigeuner und ich

92.Am Berghang

93.In der theologischen Fakultät

94.Auf dem Ozeanriesen

95.Bei Dr. Quincy

96.Das Bett unter der Brücke

97.Die Scanning-Diagnose

98.Der Windtunnel

99.Verschraubungen

100.Der vergessene Hut

101.Die öffentliche Wohnung

102.Rendezvous mit Joe Black

103.Das Entfernen der Fußverbände

104.Kölner Visionen

105.Eisglätte im Gebirge

106.Im Krankenzimmer

107.Das Spiel am Wasser

108.Der Untergang des Mobiliars

109.Das merkwürdige Landkartenbuch

110.Thomas Morus

111.Die Traumbotschafterin

112.Die Wohnung in schwindelnder Höhe

113.Der Gott Michelangelos und ein Duell

114.Der Jüngling auf dem Deich

115.Termin in der Hölle

116.Zwischen Straße und Meer

117.Kohlen und Ruinen

118. Der Meditationsmeister

119. Im Buchladen

120. Das letzte Abendmahl

121. Der Imker und das Fleckfieber

122. Traum, 31.12.1999

123.Die tote Antilope

124.Der vergessene Ring

125.Die Tarnkappenbomber

126.Die Atmanen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1/     SCHULAUSFLUG UND EIN INDIANER

 

 

Ein Schulausflug im Sommer. Zur Rechten ein See. Links hügeliges, bewaldetes Gelände. Wir sind auf einer großen Wiese und sollen uns warmlaufen. Ich protestiere gegen diese Anstrengung. Der Klassenlehrer trägt um den Hals eine Trillerpfeife und sagt, daß das Spiel erst nach dem Warmlaufen beginnen kann. Dann spielen wir auf dem Wiesenhang ein Ballspiel. Die Sonne scheint. Ein Freund sagt, daß wir nicht vor zweiundzwanzig Uhr hier wegfahren werden. Ich klopfe dem vorbeihastenden Lehrer auf die Schulter: Er spielt so angestrengt mit! Dann schwebe ich wie ein Vogel hoch über der grünen Gegend. Plötzlich befinde ich mich in einer kleinen Hütte. Auf drei Stühlen sitzen dort im Dämmerlicht drei dunkelhäutige Männer. Einer von ihnen ist ein Indianer mit markantem Profil. Er trägt einen schwarzen Hut mit Federschmuck. Dann befinde ich mich in einem Waldstück. Weiter  oben verläuft eine Straße, wo Personen reglos umherstehen. Auf halbem Weg dorthin liegt am Boden etwas menschenähnliches: Es sind Körperteile, Arme und Beine, die seltsam verwinkelt aus der Erde ragen. Ich höre ein Geräusch und blicke zur Seite: Der Indianer kommt aus dem Wald und nähert sich mir.

 

  

             

 

 

2/     DAS ZIMMER IN VIOLETT

 

 

Ich bin umgezogen. Ich trete aus meinem Studierzimmer in eine große und gut ausgestattete Küche. Von dort kann ich in einen weiteren Raum blicken, wo drei junge Leute, ein Mann und zwei Frauen, am Boden hocken. Es müssen meine Mitbewohner sein. Ich grüße sie und teile ihnen mit, daß ich „der Neue“ bin. Dann befinde ich mich mit einer der Frauen allein auf ihrem Zimmer. Das „Zimmer“ hat die gewaltigen Ausmaße eines Saales, in dem alles in Violett gehalten ist: Lange Reihen von Bildern hängen wie in einem Museum ordentlich an den Wänden. Ich bin beeindruckt und teile es der Begleiterin mit. In dem Raum fehlen jegliche Möbelstücke. Als ich danach frage, bekomme ich zur Antwort, daß die Möbel in die Wände eingelassen seien. Ich betrachte die Frau an meiner Seite näher: Sie hat kurz gehaltenes, blondes Haar und sie gefällt mir auf Anhieb. Plötzlich sehe ich sie in einem anderen Licht: Ihr Haar erscheint mir nun dunkel und große, entstellende Muttermale oder Warzen auf einer ihrer Gesichtshälften stoßen mich ab. Wie häßlich sie ist!  Die Frau kippt einen Tisch aus der Wand, hinter der sich in einem Hohlraum auch ein offener Schrank mit vielen Gebrauchsgegenständen darin befindet. Nun kommt sie mir wieder begehrenswert vor. Ich will mit ihr schlafen, doch wir verlassen den Raum gleichzeitig durch zwei Drehtüren.

 

 

 

 

3/     DER PHILOSOPHIELEHRER UND DER TORNADO

 

 

Ich folge dem Philosophielehrer in einigem Abstand eine lange, gerade Straße in meinem Heimatort entlang. Die Straße führt nach Westen, aus der Stadt heraus. Der Lehrer trägt eine merkwürdige Mütze und verschwindet zwischen Häuserzeilen. Dann sehe ich, wie sich ein Tornado, eine gewaltige Windhose, am Himmel nähert. Ich erstarre: Wird sie den Lehrer oder mich erreichen? Ich denke an die ungeheure Zerstörungskraft des Sturmes. Später am Abend sitzen wir zusammen. Der Lehrer erzählt, daß ihn die Windhose „arg gebeutelt“ und ihm die Kleider vom Leib gerissen habe.

 

 

 

7/     DER GOTTESDIENST UND DIE AUFGEBAHRTEN MÖNCHE

 

 

Der Gottesdienst ist beendet. Die Besucher steigen aus ihren Bänken und strömen dem Ausgang zu. Unter ihnen erkenne ich Freunde und Familienangehörige. Ich gehe noch einmal zurück, denn ich habe meine rote Jacke in der Bankreihe vergessen. Die Jacke ist zu Boden gefallen. Ich hebe sie auf. Dabei finde ich auch eine seltsame Figur, einen Clown oder Harlekin, der in Plastikfolie eingeschweißt ist. Eine Frau nähert sich mir. Ich denke, daß sie vielleicht die Mutter des Kindes ist, dem das Spielzeug gehört. „So ein Rummel hier“, sage ich zu ihr und lache dabei. Ich knie nieder, um noch ein Gebet zu sprechen. Die Anderen warten bestimmt schon auf mich! Plötzlich befinde ich mich hinter einem erhöhten Altar. Mir gegenüber, auf der anderen Seite des Altars, sitzen viele Menschen im Kirchenschiff. Aus den Augenwinkeln bemerke ich eine mir flüchtig bekannte Frau. Dann erstarre ich förmlich. Mein Gesicht verfärbt sich grau und fühlt sich wie eine harte Maske an. Ich glaube, daß die Frau es bemerkt und wende mich von ihr ab. Da sehe ich auf einem breiten Sockel einen aufgebahrten Toten liegen. Einige Ordensleute verdecken noch einen liegenden Menschen, von dem sich mir nur die schwarzen Lackschuhe einprägen. Ist er ebenfalls tot? Mit Erschrecken bemerke ich weitere Leichen, wie Skulpturen, auf eckigen Sockeln präsentiert. Sie sind mit wallenden Tüchern bedeckt, die bis zum Boden reichen. Nur ihre Köpfe schauen hervor. Es sind zwei alte Patres, einer von ihnen in merkwürdig verkrümmter Rückenlage, das Haupt weit unterhalb des Körpers situiert. Ich wage nicht, ihre Gesichter näher zu betrachten. Dann sehe ich eine noch leerstehende Nische, die von schwarzem Vorhangstoff umsäumt wird. Entsetzt laufe ich an den Aufgebahrten vorbei, durch das Kirchenportal, hinaus ins Freie. Draußen scheint die Sonne. Ich frage jemanden: „Wo ist denn der große Parkplatz?“ Hinter Sträuchern, Bäumen und einem Gitterzaun kann ich fahrende und parkende Autos erkennen. Ich trete näher an den Zaun heran, um die Anderen zu suchen.

 

 

 

 

 

8/     DALI-TRAUM

 

 

Dali begegnet mir im Traum. Er zeigt mir das „zweischneidige Instrument“. Was ist das „zweischneidige Instrument“?

 

 

 

 

 

9/     SARTRE UND DIE CHINESISCHEN FRAUEN

 

 

Ich treffe Sartre im Traum. Seine Augen rollen irr. Er sieht dick und häßlich aus, aber ziemlich jugendlich. Dann wiederholt sich die immer gleiche Ansicht eines schmalen, dunklen Ganges oder einer Öffnung. Es ist, als blicke ich durch ein Schlüsselloch dort hinein. Dann scheine ich in einem Fotoalbum zu blättern, nur, daß darin verschiedene Sequenzen eines Films in schneller Bildabfolge zu sehen sind. Dann wieder der Blick in den dunklen Tunnel. Ich versuche Konturen, mir Bekanntes, in dem Bild zu erahnen, das sich meinen Augen bietet. Dann eine bedeutsame Szene mit Gedanken an den Mutterleib. Schließlich ein neuer Raum und in der Mitte des Raumes eine erhellte, runde Plattform, die es zu erreichen gilt. Ich robbe vorsichtig zum Mittelpunkt der Plattform hin. Eine große Kraft befindet sich ebenfalls dort und versucht, mich zurückzuhalten. Dann folge ich vier chinesischen Frauen eine Treppe hinunter. Drei von ihnen sehen fast identisch aus. Sie sind grazil und von bezaubernder Schönheit. Die Frauen haben die langen, schwarzen Haare nach asiatischer Art hochgesteckt und werden von ihrer Mutter begleitet. Die Mutter, die am Schluß der Gruppe und direkt vor mir her geht, sieht ebenfalls noch sehr jung aus.

 

 

 

 

 

10/     IN DER EISRINNE

 

 

Ich werde aufgenommen von dem Mann und seiner Familie. Eines Tages weist mir der Mann ein Haus in der „Eisrinne“ am Meer zu. Dort am Meer mache ich viele Entdeckungen: Bei Ebbe stehen bizarre Felsformationen am Strand, die wie große Möbelstücke aussehen. Auch scheinen die Felsen aus einem weichen Stein oder merkwürdigem Schaumstoff zu bestehen. Im Haus finde ich flache Steinplatten, die überall an den Wänden lehnen und umherliegen: Je näher ich die Platten betrachte, desto mehr Einzelheiten treten auf ihrer reliefartigen Oberläche hervor. Menschliche Konturen scheinen sich aus dem Stein herauszuschälen, und ich sehe Extremitäten, Gesichter oder ganze Körper, die sich darauf abzeichnen. In einem der Zimmer entdecke ich ein altes Klavier und stelle fest, daß ich es von früher her, aus dem Elternhaus, kenne. Was ist mit den Eltern geschehen und warum kann ich mich nicht an meine Kindheit erinnern? Ich werde den Mann fragen müssen, der mich hierher gebracht hat. Als ich den Deckel des Klaviers öffnen will, stelle ich fest, daß stattdessen viele unterschiedliche Klappen zu betätigen sind. Als ich endlich bei der Tastatur angelange und einige Töne spiele, klingt das Instrument dumpf und verstaubt. Da kehrt der Mann zurück und sagt mit ernster Stimme: „Ich habe dich dreimal gewarnt. Jetzt muß ich dich fortschicken!“ Ich frage ihn, wohin ich denn nun gehen soll. „Ich habe es mir lange überlegt“, sagt da der Mann, der mir gesichtslos erscheint, „du kannst nicht mehr in der Eisrinne bleiben“. Durch die hohen Fenster blicke ich hinaus aufs Meer. Eine Sturmflut naht. Schon spülen die blauen Wellen gegen die Außenwände und unterspülen die Fenster bereits zur Hälfte. „Die Wellen!“, schreie ich und laufe zur Tür hinaus. Draußen türmen sich große Wellenberge auf. Ich ducke mich, um unter ihnen hinwegzutauchen. Hinter mir schlagen die Wogen an die Hausfassade und branden bis an das zweite Stockwerk, wo sie sich brechen und nochmals überschlagen, hoch über meinem Kopf und über dem Kopf des Mannes. Ich bemerke, daß das Haus sehr alt sein muß. Weißgetüncht und majestätisch steht es da, mit seinen schlanken, bleiverglasten Fenstern. Bald ist alles voll Wasser und grün und blau um mich herum. Ich überlege, wo ich nun bleiben soll: Im Bauch eines Walfisches? Oder treibt irgendwo eines der großen „Möbelstücke“ vom Strand, das mich aufnehmen und tragen könnte?

 

 

 

 

 

12/     DAS GRAND HOTEL UND DAS ZERLEGTE FAHRRAD

 

 

Ich bin Gast in einem großen Hotel, wo ich übernachten soll. Ich sitze auf einem Hügel gegenüber dem Gebäude. Ein steil abfallender Weg führt von mir aus zum Hotel. Unten auf der Straße steht eine Freundin. Sie steigt in den Bus, der aus der Stadt hinausfährt. Ich würde gern mitfahren, bewege mich aber nicht von der Stelle. Dann befinde ich mich im Hotel. Ich sehe keinen Sinn darin, noch länger hierzubleiben. Ich verlange nach meinem Fahrrad. Der Hotelchef, ein großer, korpulenter Mann im dunklen Anzug, sagt, daß es nicht so einfach sei, das Rad zurückzubekommen und daß ich bis zum nächsten Morgen darauf warten müsse. Ich protestiere und bestehe darauf, fortgehen zu können, wann immer ich es will. Dann sehe ich mein Gefährt, das hoch über dem Mann auf einem Mauervorsprung oder Lagerregal in einem Haltegerüst hängt. Auf mein Verlangen hin löst der Hotelchef die aufwendigen Verankerungen und Sicherungen des Gerüstes. Dabei zerlegt er das Fahrrad in seine kleinsten Einzelteile. Wütend knie ich vor den Teilen des Rades.

 

 

 

 

 

13/     WIE DER PFARRER SEINEN HUND AUF UNS JAGT

 

 

Ich bin wieder ein kleiner Junge und spiele gemeinsam mit Freunden Streiche. Wir klingeln an Haustüren und rennen eilig durch enge Gassen fort. Dann befinden wir uns im Garten des Pfarrhauses, der mir gleichsam wie der Garten des Elternhauses erscheint. Die Freunde laufen vor mir her. Plötzlich steht der Pfarrer in der Hintertür und jagt seinen Hund, einen kleinen Dackel, auf uns. Die Freunde springen flüchtend über einen Zaun. Ich will das auch tun, bleibe aber stehen und denke darüber nach, wie absurd und lächerlich mir diese ganze Szenerie vorkommt. Zum Pfarrer gewendet sage ich: „Jetzt jagt er seinen Hund auf uns: Das gibt es doch gar nicht!“

 

 

 

 

 

 

14/     DER KAMPF UM DIE LANDEBAHN

 

 

Wir befinden uns im Wald, bei einer großen Landebahn, die es zu beaufsichtigen gilt. Schon tagelang geht das so. Es  ist naß und neblig. Es herrscht große Hektik. Angriffe werden befürchtet. Ich stehe mit anderen Männern zusammen. Während wir reden, ruft einer von ihnen. „Die Landebahn brennt!“ Zwei Arbeiter rücken mit Feuerlöschern aus. Draußen ist es jetzt fast dunkel geworden. Die Männer laufen zu der Stelle, wo der Wald bei der Landebahn brennt und beginnen damit, das Feuer zu bekämpfen. Ein schweres Zugfahrzeug rollt zwei Hubschrauber herbei, worüber ich verwundert bin. Dann ist es stockduster um mich herum. Fast blind laufe ich umher und nehme nur noch Schatten wahr. Dann erfolgt ein feindlicher Angriff, wie im Krieg! Wir werden plötzlich aus dem Hinterhalt beschossen. Ich drehe mich um. Auch unsere Leute schießen auf Gestalten, die im mangelnden Licht kaum auszumachen sind. Ein alter, verdienter Soldat in Uniform ist getroffen worden und liegt im Sterben. Er sieht sehr preußisch oder „wilhelminisch“ aus und trägt ein Monokel, sowie zahlreiche Sterne und Orden auf der Brust. Dann sehe ich weitere Soldaten in Uniformen, die ebenfalls aus der Kaiserzeit oder aus dem Ersten Weltkrieg zu stammen scheinen. Einer von ihnen sieht aus wie ein Zinnsoldat. Er trägt einen merkwürdig spitzen Helm, der mich an eine Bischofsmütze erinnert. Da bemerke ich, daß dieser Soldat nur eine Puppe mit künstlichem Gesicht ist. Ist es etwa der gefallene Alte von vorhin?

 

 

 

 

 

 

21/     DER TISCH DER VÄTER

 

 

Hinter einem massiven, hölzernen Tisch sitzen Männer mit dunklen Festtagsanzügen. Ich erkenne in ihnen den Vater und seine Freunde aus dem Heimatdorf wieder. Die Szene erscheint mir unwirklich, wie eine alte Schwarzweißfotografie aus den Fünfziger Jahren. Von weitem nähere ich mich dem Tisch. Da versperrt mir eine Lichterscheinung den Weg. Die Erscheinung hat die Umrisse eines Mannes, der von einer strahlenden, makellos weißen Aura umgeben ist. Dann stehe ich vor dem Tisch und blicke an mir selbst herab. Auch ich trage einen Anzug, nur paßt hier nichts zusammen: Hose, Jackett und Schlips sind andersartig. Meine Kleidung ist etwas ärmlich und an manchen Stellen sogar geflickt. Das macht mir nichts aus: Ich habe sogar ein sehr gutes Gefühl dabei!

 

 

 

 

 

52/     DIE MENSCHMASCHINE

 

 

Ein surrealistischer Film wird gezeigt. Kurz zuvor hat mir jemand ein Skript mit dem Titel „der Teufelskiosk“ oder „der Todeskiosk“ in die Hand gedrückt. Der Film beginnt mit der Ankündigung eines skurrilen deutschen Komikers. Erste Szenen in einem Kinderzimmer. Das Gesicht des Ankündigers verwandelt sich in das Gesicht des Science-Fiction-Helden „Mr. Spock“ und landet als Aufkleber an der Wand. Viele bunte Gegenstände befinden sich in dem Raum. Dann taucht ein junger, schwarzer Sportler auf, der Basketball spielt und den Ball in einen Korb zielt. Unterm Korb verwandelt sich der Ball in eine helle Glühbirne, die unentwegt, wie eine Boxbirne, gegen das Korbbrett schlägt. Anschließend sehe ich zwei kleine rötliche Luftballons oder mit Luft gefüllte, formbare Hüllen. Sie nehmen grob die Gestalt von Kühen oder Stieren an und scheinen von innen heraus zu leuchten. Die Hüllen wachsen immer weiter und eine von ihnen haftet sich an meinen Rücken. Ich versuche, sie abzuschütteln. Die andere Hülle verformt sich zu einer menschenähnlichen Kontur, die am Boden liegenbleibt. Dieses Gebilde scheint nun eine Masse organischen Ursprungs zu sein. Aus der Masse steigt von unten, aus dem angedeuteten oder von mir an dieser Stelle vermuteten Gesicht, ein künstlicher, silbergrauer, metallisch glänzender Gegenstand hervor. Ich bin mir sicher, daß es sich dabei um eine gelungene Synthese von Mensch und Maschine handelt.

 

 

 

 

 

60/     IM STABSLAGER

 

 

Ein verdienter Soldat wird im Krieg verletzt. Er bleibt bei einer Hütte in einem Graben liegen. Die Anderen wollen schon gehen, als einer von ihnen sagt: „Wir müssen noch den Leutnant mitnehmen“. Da kommt der Leutnant auch schon angelaufen. Seinen rechten Oberschenkel hat er mit einem weißen Verband umhüllt. Ich bewundere, daß er immer wieder aufsteht und weitermacht. Er trägt eine schwarze Uniform mit hellen Knöpfen darauf. Sein Kopf ist unbedeckt. Ich denke, daß er volles Haar hat, sehe aber, als er näherkommt, daß er eine Stirnglatze hat und einen Bart trägt. Ein schneller Sportwagen, wohl ein Audi, rast auf einer Sandpiste davon. Andere, schnelle Autos stehen umher. Ich sage, daß es doch im Krieg noch nicht solche Autos gab. Ein Porsche steht abfahrbereit. Dieser Wagen soll auch den Leutnant mitnehmen. Dann sitzen wir wohl zu dritt in dem Wagen. Er rast davon, weg von der Front, ins Hinterland. Dort befindet sich ein großer Gutshof, der das Ziel unserer Fahrt ist. Der Hof ist das Hauptquartier  der „Obersten Heeresleitung“. Er wird vor dem Feind streng geheimgehalten. Überall stehen getarnte Fahrzeuge und Panzer. Wachen laufen mit Stahlhelm und Gewehr im Anschlag Patrouille. Ein Soldat blickt zum Himmel und wird sehr nervös. Er klettert auf einen Panzer und klopft mehrmals gegen das Waffenrohr. Die Mündung des Rohres ist verschlossen und trägt einen eckigen Deckel. Der Deckel beginnt sich zu öffnen, so daß der Soldat etwas hineinrufen kann. Das Rohr fährt senkrecht nach oben. Am Himmel erscheinen zwei Hubschrauber. Ich sehe Schemen von Menschen in den Helikoptern, auf die geschossen werden soll. Dann jedoch kommt die Nachricht, daß es sich um eigene Leute,  um Nachschubeinheiten, handelt. Dann ein Szenenwechsel: Gemeinsam mit dem Leutnant betrete ich eine große Halle oder Scheune des Gutshofes. Der Leutnant trägt einen gewaltigen, futuristisch anmutenden Helm. Drinnen befinden sich viele Menschen. Wichtige Militärpersonen reden anscheinend über strategische Dinge und die aktuelle Kriegssituation. Der Leutnant und ich wollen uns ebenfalls informieren. Wir treten auf eine hufeisenförmige Sitzgruppe zu. Links davon stehen zwei Personen im hellen Scheinwerferlicht, die etwas mit dem Mikrofon vortragen. Dahinter, an einer langen Theke oder Bar, stehen Leute in Abendgarderobe. Die Frauen tragen altmodisch anmutende Kleider und haben Frisuren, wie sie in den Zwanziger Jahren getragen wurden. Rechts steht ein reichlich gedecktes Büffet, mit allen nur erdenklichen Leckerbissen. Gut gekleidete Bedienstete warten dahinter, was ich jedoch erst im Hinausgehen bemerke. Wir müssen die Scheune  nochmals verlassen. Als wir ein zweites Mal eintrete, trägt der Leutnant einen vornehmen Anzug. Das Büffet wird gerade abgeräumt. Die Gäste sind verschwunden. Kellner tragen das schöne Essen eilig auf großen Platten davon. An einem der Tische, beim Fenster, erblicke ich noch eine Platte mit Essen. Der Leutnant ist ungehalten und stellt einen Mann zur Rede, von dem ich annehme, daß es der Küchenchef ist. Jener jedoch, ein ebenfalls fein gekleideter Herr im dunklen Anzug, scheint von größerem Einfluß zu sein. Er weist den Leutnant zurecht: „Sie hätten schneller kommen müssen“, oder ähnlich. Der Leutnant scheint beeindruckt. Ich sehe mich derweil nach besteck und Geschirr um und finde vornehmlich quadratische Teller, die an den Ecken leicht abgerundet sind. Ich sortiere kleinere Teller aus und wähle einen größeren, sowie Messer, Gabel und Löffel. Ich bin entschlossen, mir noch etwas zu Essen zu holen oder den Kellnern sogar in die Küche hinterherzulaufen.

 

 

 

 

 

 

70/     DER LITERARISCHE ZIRKEL

 

 

Mit einem Begleiter treffe ich bei einem literarischen Zirkel ein. Weise Frauen und Männer, von denen einer wie Tolstoi aussieht, sitzen im Raum beisammen. Ich setze mich ganz nach hinten. Die Frau auf dem Stuhl vor mir ist sehr begehrenswert. Ich beiße ihr ins Ohrläppchen. Sie schmiegt ihre Wange an mein Gesicht. Ich umfasse ihre Taille und spüre ihre warme Haut. Dann sind mein Begleiter und ich wieder unterwegs. Wir müssen an einer Wand hochklettern und uns an einem Mauervorsprung hochziehen. Es ist schwer und ich frage mich, wie ich hinaufkommen soll. Dann reiße ich mich mit dem „Armhebel“ und einem kräftigen Sprung hoch. Oben erwartet uns eine Überraschung. Die Freundin meines Begleiters hat ihm einen übergroßen Brief wie ein Plakat an die Wand geheftet. Es scheint ein Abschiedsbrief zu sein, oder eine Aufforderung zu bestimmten Handlungen. Vieles steht dort zu lesen, wie etwa: „Du mußt nach Rom fahren“.

 

 

 

 

 

72/     DIE STELZENSCHIFFE

 

 

Ich bin auf einem Rheinschiff bei Köln. Das Schiff besitzt vier Türme. Es fährt im Kreis, um noch größere Gebilde im Wasser, die wie übergroße Stelzen aussehen, zu rammen und umzukippen. Passagiere springen vom Schiff in den Fluß, um sich ans Ufer zu retten, wo viele Zuschauer stehen.

 

 

 

 

81/     HOLMES, WATSON UND WEITERE RÄTSEL

 

 

Zwei seriöse Männer, wohl Sherlock Holmes und Dr. Watson, unterhalten sich über eine unheimliche Exhumierung. Es geht dabei um das Gesicht des Toten, das eine merkwürdige Besonderheit aufweisen soll. Dann befinde ich mich in einem Park oder Garten mit einem großen Wasserteich darin. In dem Teich liegen viele unterschiedlich geformte Steinplatten, die knapp aus dem Wasser ragen. Glockenläuten setzt ein. Ich stelle fest, daß ich die Glocken melodiös läuten lassen kann, wenn ich mit der Faust gegen die Steinplatten schlage. Dann stehe ich vor einer gotischen Kirchenfront oder einem altehrwürdigen Gebäude. In zwei Nischen stehen zwei Statuen: Eine steinerne Frau mit Kopftuch, von der ich hauptsächlich das Gesicht betrachte, und ein Löwe oder eher ein Menschen mit Löwenmaske. Plötzlich kommt Leben in beide Figuren und sie stimmen ein englisches Lied an. Die Szene wirkt wie aus einem Musical. Ich betrachte die Bewegungen im steinblassen Gesicht der Frau, die eben noch wie eine Figur Riemenschneiders aussah. Dann sehe ich, daß sich auch die Löwenmaske verändert hat. Hinter ihr ist der Musiker Ringo Starr zum Vorschein gekommen ist . Er trägt ein helles, gemustertes Oberhemd und wirkt sehr brav. Dann sehe ich seine muskulösen, tätowierten Arme und sein Gesicht, das dem Löwengesicht von vorhin noch sehr ähnlich ist.

 

 

 

98/     DER WINDTUNNEL

 

 

Personen stehen aufgereiht vor einem Abgrund oder Tunnel. Sie lassen sich nach vorn fallen und werden daraufhin, wie von Geisterhand, leicht angehoben. Dann schweben die Menschen waagerecht in dem Tunnel, wo ein Windzug herrscht. Plötzlich befinde ich mich an einem anderen Ort. Eine Frau kommt auf mich zu. Sie ist nicht sehr hübsch. Dann fliehe ich auf einer Wendeltreppe abwärts, durch ein geräumiges Treppenhaus. In den Etagen stehen Bücherregale. Unten angekommen blicke ich mich noch einmal um. Oben auf der Treppe beugt sich jemand übers Geländer und sieht herab. Vor mir steht eine Leiter. Ich will hochsteigen, doch die Leiter kippt mir langsam entgegen.

 

 

 

 

99/     VERSCHRAUBUNGEN

 

 

Zwei große, achteckige Schrauben müssen auf einer Metallplatte befestigt werden. Beim Eindrehen der Schrauben bemerke ich, daß von unten Wasser in die Gewinde eindringt und aufsteigt. Zum Zweck des Rostschutzes müssen die Schrauben deshalb mit einem formbaren Material, eine Art klebriger Sand, isoliert werden.

 

 

 

 

 

 

102/     RENDEZVOUS MIT JOE BLACK

 

 

Ich spaziere in einer Baumallee, auf einem Sandweg, entlang einem kleinen Fluß. Vor mir taucht ein Rastplatz, eine Bank mit Tisch, auf. Auf der Bank sitzt eine blonde Frau, die ich nicht kenne. Im Vorübergehen achte ich auf ihr Aussehen. Sie hat schönes, langes Haar und ist sommerlich-schulterfrei gekleidet. Ihre Brüste sind wohlgeformt. Hinter mir kommt, in einigem Abstand, eine Freundin den kurvigen Weg entlang. Sie sieht im Traum größer und schlanker aus, als in der Wirklichkeit. Dann bin ich in einem Juweliergeschäft und stehe vor den Auslagen. Der Juwelier ist ein wohlgekleideter, dunkelhaariger Mann mittleren Alters. Ich überlege, all meine Ersparnisse für ein Schmuckstück auszugeben und sinniere darüber nach, welche Folgen ein solcher Kauf für mich hätte. Dann ist es Abend. Mit weiteren Personen stehe ich vor einer dunklen Treppe. Meine Begleiter haben Angst,  daß der Schatten „Joe Blacks“, der Schatten des Todes, in der Nähe sein könnte. Ich beobachte die Umgebung und spüre ebenfalls die Nähe Joes. Er ist irgendwo da, in seinem feinen, schwarzen Anzug. Dann sehe ich ihn tatsächlich, in der Gestalt von Brad Pitt. Er sitzt in seinem Auto, vor einem Bildschirm. Ich sehe von der Seite sein hübsches Gesicht und die frisierten Haare und denke im Stillen, daß er nach wie vor ein schlechter Schauspieler ist. Hier im Auto trägt er Freizeitkleidung. Dann hocke ich mit einem Mann vorm Computer, der Fernsehbilder zeigt. Ich erläutere die Neuerungen der Computertechnik und spreche darüber, daß die Bilder mit einer speziellen TV-Karte noch besser werden. Anschließend suche ich hinter dem Monitor einen Antennenausgang und finde die Buchse auch. Hinter dem Gerät herrscht ein großer Kabelsalat.

 

 

 

 

103/     DAS ENTFERNEN DER FUSSVERBÄNDE

 

 

Mit dem Freund spiele ich auf einer weiten Ebene. Wir laufen hin und her und legen dabei anscheinend ungeheure Wegstrecken zurück, so, als hätten wir Siebenmeilenstiefel an den Füßen. Dabei sprechen wir über eine Reise nach Amerika. Die Reise war sehr kurz und ich bin froh, den Mut gehabt zu haben, dorthin zu fahren. Dann versuche ich, meine Füße von allerlei merkwürdigen Verbänden zu befreien. Über dem einen Fuß liegt so etwas, wie eine dicke, weiße Farbkruste, die einem Gipsverband ähnelt. Vom anderen Fuß muß ich ein aluminiumartig glänzendes Material abziehen. Darunter taucht eine Fütterung auf, die wie Glaswolle aussieht. Als ich aber den Verband lösen will, bemerke ich, daß er mit einer Vielzahl von spitzen Nägeln, Widerhaken oder Heftklammern tief in meiner Fußsohle steckt. Das sieht schockierend aus und ich muß bei der Entfernung furchtbar zu bluten anfangen! Vorsichtig beginne ich dennoch damit, das „Verbandszeug“ von der Fußsohle abzuziehen. Ich verspüre kaum Schmerzen dabei.

 

 

 

 

 

118/     DER MEDITATIONSMEISTER

 

   

Der tibetische Lehrer erscheint mir im Traum. Er sitzt auf einer erhöhten Bühne oder Plattform und meditiert. Er sitzt beeindruckend und felsenfest, wie ein Berg. Er ähnelt einem kraftvollen, goldenen  Löwen. Dann sehe ich, wie er sein Aussehen ändert und in einem flimmernden Farbspektakel gleichzeitig viele verschiedene Gestalten annimmt.

 

 

 

 

 

 

 

109/     DAS MERKWÜRDIGE LANDKARTENBUCH

 

 

Eine große Überschwemmung. Der Fluß ist aus seinem Bett gestiegen. Der Mann und ich schwimmen im Wasser. Dort gibt es Untiefen und Strömungen, die in verschiedene Richtungen treiben. Der Mann reicht mir zur Orientierung ein Buch mit Landkarten darin. Das Buch ist aus festem Material, vielleicht aus Holz, gefertigt. Die Landkarten sehen merkwürdig aus: Verschiedene Orte sind benannt und eingekreist oder reliefartig, dreidimensional, aus der Karte hervorgehoben. Weiter gibt es keine Beschreibung eines Wegenetzes. Keine Straßenverbindungen sind eingezeichnet.

 

 

 

 

 

 

120/     DAS LETZTE ABENDMAHL

 

 

Eine Abendmahlszene, die an das Gemälde des Cenacolo von Leonardo da Vinci erinnert. Doch in der Mitte des Bildes, am Platz des Herrn, klafft eine Lücke: Jesus hat den Tisch verlassen und ebenfalls die vier Jünger, die um ihn herum saßen. Die Vier sind aufgestanden und stehen als Gruppe wie erstarrt im Raum. Sie scheinen sich mit großen, erstaunten Augen etwas zuzurufen. Es ist nichts zu hören. Die hinteren Wände des Raumes sind aufgebrochen und in der Ferne erscheint Christus mit weit ausgebreiteten Armen vor einem hellen Hintergrund oder auf einer Wolke schwebend. Auf halbem Weg dorthin steht ein Wächter oder Engel des Herrn.

 

 

 

 

122/      TRAUM, 31.12.1999

 

 

Die Straßenbahn fährt in den Norden der Stadt. Dort ist jetzt das Meer. Die Fahrt geht schnell bergab, fast wie in einer Achterbahn. Dann sitze ich in einer Bahn nach Süden. Der Schaffner will mein Ticket sehen. Ich krame viele Fahrscheine aus der Hosentasche, weiß aber nicht, welcher der richtige ist. Die Fahrt geht nach „Hüttenheim“, doch will gar nicht in den Süden der Stadt. In einer Kurve kommt der Bahn auf der Parallelspur ein merkwürdiges Einmanngefährt mit Glaskabine entgegen. Dann stehe ich an einem Umsteigepunkt, von dem aus zwei Bahnen in unterschiedliche Richtungen weiterfahren.